81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – Erinnerung, Erfahrung und die Stimmen der Überlebenden

6. Februar 2026

Am 27. Januar 2026 fand in Auschwitz-Birkenau die 81. Gedenkfeier zur Befreiung des ehemaligen Vernichtungslagers statt. Im Mittelpunkt standen Zeugnisse und Erinnerung.
81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – Erinnerung, Erfahrung und die Stimmen der Überlebenden

Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag der Befreiung in Auschwitz-Birkenau

Am 27. Januar 2026 fanden auf dem Gelände des ehemaligen deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau die Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag der Befreiung des Lagers statt. 21 Überlebende von Auschwitz versammelten sich, um der Opfer zu gedenken und die Bedeutung der Erinnerung in der heutigen Zeit zu betonen.

Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Polen, Karol Nawrocki, nahmen Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und regionaler Behörden, Diplomaten, Geistliche, Förderer der Auschwitz-Birkenau-Stiftung sowie Mitarbeitende von Museen und Erinnerungsorten an der Zeremonie teil. Die Veranstaltung wurde von Marek Zając, dem Sekretär des Internationalen Auschwitz-Rates, moderiert.

Gedenkfeier in Auschwitz II-Birkenau

Der Hauptteil der Zeremonie fand im historischen Gebäude der sogenannten zentralen Sauna im ehemaligen Lager Auschwitz II-Birkenau statt, in unmittelbarer Nähe zu den Ruinen der Gaskammer und des Krematoriums IV. Symbolisch präsentierte Elemente auf der Bühne waren originale Häftlingsuniformen.

Die Organisatoren entschieden, dass im Mittelpunkt der Gedenkfeier die Stimmen der Überlebenden stehen sollten – sowohl der anwesenden als auch derjenigen, deren Zeugnisse zuvor aufgezeichnet wurden. Um sich voll und ganz auf die Erfahrungen der Opfer und Überlebenden zu konzentrieren, wurde auf politische Reden verzichtet. Diese Entscheidung wurde einstimmig vom Internationalen Auschwitz-Rat unterstützt.

Zeugnisse und Reflexionen

Zu Beginn der Veranstaltung hörten die Anwesenden sowie die Zuschauer der Live-Übertragung Ausschnitte aus dem bewegenden Zeugnis von Załmen Gradowski, einem polnischen Juden, der aus dem Ghetto von Grodno nach Auschwitz deportiert wurde. Seine Familie wurde bei Ankunft in der Gaskammer ermordet. Gradowski, der im Sonderkommando eingesetzt war, verfasste heimlich Notizen, die zu einem der eindrücklichsten literarischen Zeugnisse des Holocausts geworden sind. Ein Auszug wurde von dem Schauspieler Michał Żebrowski vorgelesen.

Überlebender Bernard Offen sprach ebenfalls zu den Anwesenden. Er berichtete von seiner Erfahrung im Holocaust, der täglichen Suche nach Überleben und der schmerzlichen Trennung von seinem Vater am Rampe. In seiner Rede betonte er die Bedeutung der Erinnerung als Warnung vor Hass, Gleichgültigkeit und Gewalt und als Leitlicht für kommende Generationen.

Im Rahmen der Gedenkfeier wurden auch kurze Filmbeiträge mit Reflexionen anderer Überlebender gezeigt, darunter Marian Turski, Leon Weintraub, Eva Szepesi, Lidia Maksymowicz und Bogdan Bartnikowski, die über die Bedeutung des Erinnerns in der heutigen Welt sprachen.

Erinnerung als Fundament

In seiner Ansprache sprach der Direktor der Gedenkstätte Auschwitz, Dr. Piotr M. A. Cywiński, über die Bedeutung von Erfahrung und Erinnerung in Zeiten wachsender Unsicherheit und globaler Krisen. Er betonte, dass Erinnerung keine Last sei, sondern eine Quelle der Stärke, Orientierung und verantwortungsvoller Entscheidungen – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft.

Die Gedenkveranstaltung endete mit Gebeten von Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen und dem Niederlegen symbolischer Kerzen an wichtigen Orten auf dem Gelände des ehemaligen Lagers.

Videomaterial von den Feiern

Historischer Kontext

Der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz bleibt ein zentraler Moment der Reflexion über den Holocaust, Verantwortung und die Konsequenzen des systematischen Völkermords. Einer der dramatischsten Abschnitte am Ende der Existenz des Lagers waren die Todesmärsche:

Auschwitz Todesmarsch – Völkermord und Geschichte

Quelle

Der Bericht basiert auf der offiziellen Mitteilung des Auschwitz-Birkenau Memorial and Museum:

Wir alle sehen heute die große Bedeutung von Erfahrung und Erinnerung – 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

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